Gravel-Tour · Bikepacking

Salzkammergut Bikepacking

Vier Tage Bikepacking ab Ruhpolding: über Salzburg an den Attersee, durchs Salzkammergut nach Gosau und Hallstatt, weiter nach Hallein und über den Nationalpark Berchtesgaden zurück. 473 Kilometer, 9.580 Höhenmeter, 6 bis 7,5 Stunden im Sattel pro Tag.

  • Distanz473 km
  • Höhenmeter9.580 hm
  • Fahrzeit26:24 h
  • Schwierigkeitschwer
  • StartRuhpolding
  • Beste ZeitJuni-September
  • Untergrund45% Schotter / 55% Asphalt
Kurze Pause am Hinteren Langbathsee, darüber die Felswände des Höllengebirges.
Kurze Pause am Hinteren Langbathsee, darüber die Felswände des Höllengebirges.

„Salzkammergut Bikepacking“ ist die größte Runde der Sammlung und die einzige, für die man Taschen packt: vier Tage, 473 Kilometer und 9.580 Höhenmeter, vom Bahnhof Ruhpolding einmal quer durchs Salzkammergut und wieder zurück in den Chiemgau. Unterwegs liegen Salzburg, der Attersee, die Bergseen rund um Gosau und Hallstatt, das Salzachtal bei Hallein und zum Schluss der Nationalpark Berchtesgaden. Mit jedem Tag wird die Landschaft wilder: Auf das sanfte Alpenvorland folgen Seen, Almen und schroffe Kalkwände.

Jeder Tag ist für sich eine schwere Gravel-Tour mit 6 bis 7,5 Stunden Fahrzeit, und die Etappen werden nach hinten eher härter als leichter. Knapp die Hälfte der Strecke läuft auf Schotter und losem Untergrund, der Rest auf ruhigen Nebenstraßen und Radwegen. Wer sie fährt, braucht sehr gute Kondition, ein leichtes, gut gepacktes Bikepacking-Setup und feste Übernachtungen in den Etappenorten Steinbach, Gosau und Hallein. Dafür bekommt man etwas, das keine Tagesrunde bieten kann: den Rhythmus des Unterwegsseins. Morgens aufsitzen, abends an einem neuen See ankommen, und am vierten Tag mit schweren Beinen, aber voller Bilder zurück nach Ruhpolding rollen.

Tag 1: Ruhpolding – Steinbach am Attersee

Der längste Tag ist zugleich der flachste. Von Ruhpolding geht es nach Norden und Osten Richtung Salzburg, von dort weiter ins Alpenvorland. Die Anstiege sind kürzer als an den folgenden Tagen, dafür reiht sich Hügel an Hügel, und auf den Wald- und Feldwegen findet man schnell seinen Rhythmus. Der höchste Punkt liegt bei rund 1.020 Metern.

Schotteranstieg durch lichten Wald, die Sonne steht schon hoch.
Schotteranstieg durch lichten Wald, die Sonne steht schon hoch.

Ziel ist Steinbach am Ostufer des Attersees. Wer früh genug ankommt, sollte den Abend am Wasser verbringen: Wenn die Sonne hinter den Hügeln am Westufer untergeht, färbt sich der ganze See orange. Gut zu wissen: Nach etwa 95 Kilometern folgt ein rund 200 Meter langer Abschnitt, auf dem Radfahren nicht erlaubt ist. Hier wird kurz geschoben.

Tag 2: Steinbach am Attersee – Gosau

Jetzt beginnen die Berge. Vom Attersee führt die Strecke hinein ins Salzkammergut und zum Hinteren Langbathsee: glasklares Wasser, über dem die hellen Kalkwände des Höllengebirges fast senkrecht aufragen. Mehr als die Hälfte der Etappe verläuft auf Schotter.

Glasklares Wasser am Hinteren Langbathsee unter hohen Kalkwänden.
Glasklares Wasser am Hinteren Langbathsee unter hohen Kalkwänden.
Weiter Blick über die bewaldeten Bergrücken des Salzkammerguts.
Weiter Blick über die bewaldeten Bergrücken des Salzkammerguts.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Hallstätter See. Der Ort Hallstatt liegt eng an die steilen Hänge gedrückt am Ufer, und das Wasser ist so klar, dass man am Rand jeden Stein erkennt.

Das Herzstück des Tages ist der Anstieg vom Attersee Richtung Gosau: rund 1.000 Höhenmeter, und zwar sehr harte. Der Schotter wird an einigen Stellen bis zu 15 Prozent steil, und mit Gepäck am Rad heißt das kleiner Gang, gleichmäßig treten und notfalls ein Stück schieben. Teil dir die Kräfte gut ein und plane genug Wasser und Essen ein. Oben geht es an der Rossalm und der Grub-Alm vorbei, beide gute Gründe für eine Pause. Danach öffnet sich der Blick auf die Zacken des Gosaukamms, und mit rund 1.500 Metern ist der höchste Punkt der ganzen Tour erreicht.

Auf festem Schotter Richtung Gosaukamm.
Auf festem Schotter Richtung Gosaukamm.
Abendsonne zwischen den Bäumen, vorn die Felswände des Gosaukamms.
Abendsonne zwischen den Bäumen, vorn die Felswände des Gosaukamms.

Nach dem langen Anstieg rollen die letzten Kilometer auf breitem Schotter durch den Wald hinunter nach Gosau, den Dachstein schon vor Augen. Wer noch Kraft hat, fährt am Abend zum Vorderen Gosausee: In der Abendsonne leuchtet der Dachstein über dem Wasser, und wenn das Licht verschwindet, spiegeln sich die Felswände tiefblau im See.

Bergab nach dem langen Anstieg vom Attersee Richtung Gosau, im Hintergrund der Dachstein.
Bergab nach dem langen Anstieg vom Attersee Richtung Gosau, im Hintergrund der Dachstein.

Tag 3: Gosau – Hallein

Die Königsetappe mit der längsten Fahrzeit und den meisten Höhenmetern. Morgens geht es von Gosau aus los, und der erste lange Anstieg lässt nicht lange auf sich warten.

Ein absolutes Highlight ist die alte Postalmstraße. Sie führt hinauf auf die Postalm, eine der größten Almflächen Österreichs: weite Wiesen, verstreute Hütten, und ringsum ragen die Kalkgipfel in den Himmel. Hier oben ist es ruhig, und man versteht schnell, warum sich die Höhenmeter dieses Tages lohnen. Die Etappe erreicht dabei rund 1.400 Meter. Die Anstiege kommen in dichter Folge, der längste zieht sich über 13 Kilometer und knapp 700 Höhenmeter.

Über die Almwiesen, dahinter ragt der nächste Gipfel auf.
Über die Almwiesen, dahinter ragt der nächste Gipfel auf.

Danach geht es zurück Richtung Salzachtal. An zwei Stellen, nach etwa 72 und 87 Kilometern, ist Radfahren nicht erlaubt; hier wird geschoben. Gegen Ende führt die Route durch die Strubklamm, eine schmale Schlucht, bevor es hinunter nach Hallein an der Salzach geht.

Tag 4: Hallein – Ruhpolding

Der letzte Tag ist der kürzeste, aber kein leichter: Die Höhenmeter liegen fast auf dem Niveau der Königsetappe. Von Hallein geht es in den Nationalpark Berchtesgaden, mit drei langen Anstiegen von jeweils über 400 Höhenmetern. Unterwegs liegt der Hintersee bei Ramsau, ein ruhiger Bergsee mit klarem Wasser und ein guter Platz für eine Pause.

Der Hintersee bei Ramsau, am Rand des Nationalparks Berchtesgaden.
Der Hintersee bei Ramsau, am Rand des Nationalparks Berchtesgaden.

Nach rund 77 Kilometern bieten das Berggasthaus Almstüberl und die SonnenAlm die letzte Einkehr. Kurz dahinter gibt es einen Abschnitt mit zeitweisen Zugangsbeschränkungen, vorher lohnt ein Blick auf die aktuelle Lage. Danach geht es zurück in den Chiemgau und hinunter nach Ruhpolding.

Weitere Gravel-Touren in der Nähe

Tour & GPX-Track auf Komoot ansehen →

← Alle Gravel-Touren