Gravel-Tour · Achental
Große Schotterrunde von Ruhpolding über die Winklmoosalm ins österreichische Heutal und über den historischen Salinenweg zurück. 94,7 Kilometer, 1.600 Höhenmeter, zwei lange Anstiege — zwei Länder, ein stilles Hochtal zum Verlieben.

„Auf nach Winkelmoos“ — das ist eine dieser Runden, die schon im Namen ein Ziel tragen und am Ende doch von allem dazwischen erzählen. Knapp 95 Kilometer, 1.600 Höhenmeter und zwei lange Anstiege, die man besser mit Respekt angeht: keine Tour für nebenbei, sondern eine, für die man die Beine frei und genug Zeit im Sack haben sollte. Dafür bekommt man zwei Länder, ein stilles Hochtal und einen der schönsten Almböden des ganzen Chiemgaus.
Vom Bahnhof Ruhpolding rollt man sich auf den ersten Kilometern Richtung Reit im Winkl warm, bevor der Schotter ernst wird. Die Auffahrt zur Winklmoosalm ist das Rückgrat der ersten Tourhälfte — über 400 Höhenmeter am Stück, konstant tretbar, lang genug, um den Tag aus den Beinen zu fahren. Oben öffnet sich die Hochfläche auf gut 1.170 Metern: weite Almböden, der Blick zum Dürrnbachhorn, und ringsum die Ruhe, für die man da hochgefahren ist.
Hinter Winklmoos kippt die Strecke über die Grenze ins österreichische Heutal — eine ruhige Hochtal-Sackgasse oberhalb von Unken, in die sich kaum Verkehr verirrt. Hier wartet mit der Heutal-Kapelle einer der stillsten Plätze der Runde: ein schlichtes Kircherl, eine Bank, ein weiter Blick übers Tal. Genau der richtige Ort, um kurz die Pedale auszurollen und durchzuatmen, bevor der zweite große Anstieg kommt.
Der hat es in sich — fast 500 Höhenmeter am Stück, stellenweise richtig steil, der zähste Abschnitt des Tages. Was danach folgt, ist der Lohn: eine lange Abfahrt und schließlich der Salinenweg zwischen Heutau und Inzell, ein wunderschöner Rad- und Wanderweg, immer am Bach entlang — Natur pur. Über Inzell rollt es zurück nach Ruhpolding, und die letzten Kilometer fühlen sich nach diesem Tag ehrlich verdient an.
Ein Teil der Strecke führt durch das Natur- und Europaschutzgebiet Winklmoos und die Östlichen Chiemgauer Alpen — bitte auf den Wegen bleiben und die Ruhe respektieren, dann bleibt es hier oben so schön, wie es ist.